Sondersehhilfen für extreme Sehschwächen

Sehberatungszentrum

Auf unserer Beratungsfläche von rund 50 qm können Sie die unterschiedlichsten Geräte und Hilfsmittel ausprobieren. Eine Auswahl, die in der Region Karlsruhe einzigartig sein dürfte.
Die Anpassung der Hilfsmittel erfolgt ausschließlich durch „anerkannte Fachberater für Sehbehinderte“ (eine Auszeichnung des WVAO, www.wvao.org), wodurch eine optimale und umfassende Beratung sichergestellt wird. Hierbei gehen wir auf ihre individuellen Wünsche und Möglichkeiten ein.

Eine kleine Auswahl aus unserem Sortiment für Sondersehhilfen:

Blaudämper- und Kantenfilter-Gläser

Einsatz besonders bei:
  • Retinitis picmentosa (RP)
  • Altersbedingte Maculadegeneration (AMD)
Sie dienen der Kontraststeigerung, Verminderung der Blendung und dem Schutz vor dem Blauen Licht. Gerade das blaue Licht wird immer mehr für nachlassende Sehleistungen im fortschreitenden Lebensalter verantwortlich gemacht. Darüber hinaus verbessern Blaudämpfer und Kantenfilter die Orientierung und das Erkennen von Hindernisse. Sie gehören zu den Sehhilfen zur Verbesserung der Orientierung und Mobilität.

Vergrößernde Brillengläser

Brillengläser mit Eigenvergrößerung verbessern die Sehleistung, ohne das Sehfeld wesentlich einzuschränken. Sie gehören zu den vergrößernden Sehhilfen, welche die Mobilität durch bessere Erkennbarkeit von Hindernissen und Gefahren deutlich verbessern. Diese Art der Sehhilfe hat jedoch den Nachteil, dass die Brillengläser deutlich dicker und schwerer sind als herkömmliche Brillengläser. Man kann die Wirkung durch die Kombination mit Blaudämpfern und Kantenfiltern verbessern.

Hier Beispiele für vergrößernde Brillengläser:

  • AMD Comfort der Firma Schweizer Optik (reine Vergrößerung bis 8%)
  • Fonda Far der Firma Fonda S.r.l (Vergrößerung und Bildverlagerung um Auswirkungen von Sehfeldausfällen zu vermeiden)
  • E-Scoop der Firma BV O-Vision (Vergrößerung und Bildverlagerung um Auswirkungen von Sehfeldausfällen zu vermeiden)
  • Aniseikonie-Gläser (reine Vergrößerung bis 8%)

Lupen und Lesegläser

Hier unterscheidet man: optische Lupen, elektronische Lupen (auch digitale Lupe genannt)

Optische Lupen und Lesegläser:

Hier unterscheidet man Leucht-Lupen und Lupen ohne Beleuchtung. Lupen mit Beleuchtung bieten einen deutlich höheren Kontrast. Dies ist gerade bei Lesegut mit schlechtem Kontrast und bei schlechter Beleuchtung erforderlich. Lupen ohne Beleuchtung sind als Sehhilfen nur begrenzt einsetzbar. Nach Verwendungszweck unterscheidet man Handlupen und Standlupen.

Handlupen sind ideal für den mobilen Einsatz. Sie haben jedoch oft ein deutlich kleineres Sehfeld und erfordern eine ruhige Handhaltung.
Standlupen bieten die Möglichkeit deutlich größere Linsen und Linsenkombinationen einzusetzen. Dies führt zu deutlich größeren Sehfeldern. Als Sehhilfe zum Lesen an einem festen Leseplatz sind Standlupen deutlich vorteilhafter. Zusätzlich gibt es noch einige Sonderformen wie Umhängelupen, Handarbeitslupen und viele andere. Zum Lesen sind optische Lupen bis ca. 6x sinnvoll einsetzbar, darüber wird das Sehfeld zu klein.

Elektronische Lupen, digitale Lupen

Diese vergrößernde Sehhilfe arbeitet mit einer Minikamera, welche die Schrift aufnimmt und auf einem Bildschirm mit einer Diagonalen zwischen 3,5“ bis 7“ (8,9 bis 17,8cm) darstellt. Die Hersteller geben dabei als maximale Vergrößerung oft Werte bis 25x an. Die maximale Vergrößerung führt dann aber dazu, dass oft nur noch 3-4Buchtsben dargestellt werden. Dies ist in der Regel aber kaum nutzbar. Die tatsächlich nutzbare Vergrößerung liegt je nach Bildschirmgröße bis maximal 12-16x. Elektronische Lupen haben jedoch die Möglichkeit die Kontraste stark zu verstärken und Schrift- und Hintergrundfarben nach Bedarf zu verändern.

Lupenbrillen (Lupen-Halb-Brillen)

Bei diesen vergrößernden Sehhilfen nutzt man die Tatsache, dass ein nahes dem Auge befindlicher Gegenstand von uns wesentlich größer gesehen wird als der gleiche Gegenstand in großer Entfernung. Mit einer Lupenbrille für einen Leseabstand von 20cm sehen wir die Schrift doppelt so groß wie in 40cm Abstand. Lupenbrillen sind keine auffallende Sehhilfen, sondern normale Lesebrillen mit sehr starken Brillengläsern. Man hat bei der Benutzung beide Hände frei und das Sehfeld ist deutlich größer als bei einer Lupe. Die maximale Vergrößerung ist nur abhängig von der Bereitschaft den Leseabstand zu verkürzen und den Beleuchtungsverhältnissen. In der Regel kommen Lupenbrillen mit Vergrößerungen zwischen 1,5x bis 5x zum Einsatz. Neu sind hier Lupenbrillen-Fassungen mit Hochleistungs-LED für optimale Ausleuchtung.

Fernrohr-Lupenbrillen

Diese Sehhilfen bestehen aus einem oder zwei in eine Brillenfassung (Systemträger) eingebaute Ferngläser, welche eine Grundvergrößerung zwischen 1,2x und 6x erzeugen. Die Fernrohre werden durch drehen oder durch eine Korrektionslinse auf einen bestimmten Arbeitsabstand eingestellt. Gegebenenfalls wird durch eine Austecklinse (Aufstecklupe) eine zusätzliche Vergrößerung erreicht. Ideal für den Einsatz, wenn beide Hände frei bleiben sollen oder der Arbeitsabstand bei einer Lupenbrille zu klein wäre. Zum Beispiel Lesen und Fernsehen mit gleichem Hilfsmittel, als Opernglas in Brille für Oper und Theater, Bildschirm und Lesen und vieles mehr.

Elektronische Sehhilfen

Elektronische Lupen, digitale Lupen: Siehe Lupen.

Bildschirmlesegeräte (Fernsehlesegeräte)

Bildschirmlesegeräte arbeiten nach dem gleichen Prinzip wie die elektronischen Lupen. Auch hier wird durch eine Kamera die Schrift auf einem Bildschirm dargestellt. Wie bei der digitalen Lupe können auch hier die Schrift- und Hintergrundfarbe nach Bedarf gewählt werden. Die Bildschirmgrößen sind hier jedoch in der Regel zwischen 12“ und 42“ (30,5cm bis 106cm). Auf Grund des wesentlich größeren Bildschirms gegenüber der elektronischen Lupe ist eine wesentlich größere Vergrößerung umsetzbar. Angabe der Hersteller der Bildschirmlesegeräte liegt hier bis über 70x. Die tatsächlich brauchbare Vergrößerung liegt in der Regel zwischen 20x und 30x, da sonst der Textausschnitt zu klein wird.

Vorlesesysteme (Vorlesegeräte)

Vorlesegeräte werden dann eingesetzt, wenn das Lesen selbst mit stärksten Vergrößerungen nicht mehr möglich ist. Hier wird über eine Kamera oder einen Scanner die Schrift in einen Computer übertragen, in Sprache umgewandelt und dann vorgelesen. Bilder können jedoch nicht betrachtet werden. Hierbei ist die Bedienung sehr einfach gehalten, um auch Menschen die keine Erfahrungen mit Computern haben, die Nutzung des Gerätes zu ermöglichen.

Kombinierte Bildschirmlese- und Vorlesesysteme

Ist das Lesen noch möglich, jedoch sehr mühsam, so kann ein Bildschirmlesegerät mit Vorlesefunktion eingesetzt werden. Man kann an den Überschriften den gewünschten Artikel aussuchen und sich den Text dann vorlesen lassen. Es ist jedoch auch möglich, das Gerät als Bildschirmlesegerät einzusetzen. In dieser Funktion können dann auch Bilder betrachtet und die Schrift- und Hintergrundfarbe nach Bedarf gewählt werden.

Monokulare Fernrohre (Handfernrohre für Sehbehinderte)

Monokulare Handfernrohre werden für den mobilen Einsatz zum Lesen von Hausnummern, Straßenschildern, Preise und Fahrpläne, erkennen von Ampeln usw. eingesetzt. Diese sind gerade zum Erhalt der Mobilität, der Orientierung und der selbständigen Lebensführung für ein Großteil der Sehbehinderten erforderlich.

Mitglied im Low-Vision-Kreis e.V.

Augenoptikermeister Michael Berthold ist ein geprüftes Mitglied im Low-Vision-Kreis – einem bundesweiten Zusammenschluss von spezialisierten Augenoptikern aus ganz Deutschland. Ständige Weiterbildung und Informationsaustausch ist für uns selbstverständlich.

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