Das richtige Reinigen der Brille – so bleiben Ihre Gläser länger klar

Viele Brillenträger kennen das Problem: Fingerabdrücke, Staub, Schlieren – und die Frage, wie man seine Brille eigentlich richtig reinigt, ohne die empfindlichen Beschichtungen zu beschädigen. Moderne Brillengläser sind technisch hochentwickelt, aber dadurch auch sensibler geworden. Eine schonende Pflege ist daher wichtiger denn je.

Welche Reinigungsmittel eignen sich wirklich?

Viele handelsübliche Brillenreiniger aus Drogerien enthalten hohe Alkoholanteile, die sowohl die Beschichtungen der Gläser als auch die Fassung angreifen können. Ein Optiker würde Ihnen niemals ein Produkt empfehlen, das das Material schädigt – allein schon wegen der Gewährleistung.

Wenn kein Optiker-Reiniger zur Hand ist:

Ein Tropfen stark verdünntes Spülmittel ist eine gute Alternative. Achten Sie unbedingt darauf, dass das Spülmittel keine pflegenden Zusätze enthält – diese hinterlassen schmierige Rückstände auf den Gläsern.

Bitte vermeiden:

Das Halten der Brille in den heißen Dampf der Spülmaschine. Die Temperaturen sind viel zu hoch und können die Beschichtungen dauerhaft beschädigen.

Welche Tücher sollte man verwenden?

Viele greifen intuitiv zu fertigen Reinigungstüchern oder Papiertüchern – doch genau das ist problematisch.

Nicht geeignet:

  • Feuchte Einmal-Putztücher: hoher Alkoholgehalt und grobe Holzfasern – dadurch besteht Kratzergefahr.
  • Papiertücher wie Tempo, Zewa und Co.: Sie enthalten Holzfasern, die die Oberfläche aufrauen können.
  • T-Shirt, Hemd oder Pullover: Diese sammeln tagsüber Staub und Schmutz, wodurch Mikrokratzer entstehen können.

Ich habe schon erlebt, dass ein Brillenglas innerhalb von sechs Wochen durch falsches Putzen so stark verkratzt war, dass es komplett matt wurde.

Besser:

  • Mikrofasertücher
  • Weiche Baumwolltücher

Diese Materialien reinigen sanft und schonend, ohne die Oberfläche zu beschädigen.

Ultraschallbad – ja oder nein?

Ein Ultraschallbad kann eine wunderbare Möglichkeit sein, um Schmutz aus schwer erreichbaren Ecken zu lösen. Dennoch gilt:

  • Je älter die Brille, desto vorsichtiger sollte man sein.
  • Besonders Kunststofffassungen können Schaden nehmen: Weichmacher lösen sich, das Material wird brüchig und verfärbt sich weiß.

Für neue oder stabile Fassungen ist es eine gute Ergänzung – aber bitte mit Bedacht einsetzen.

Was tun, wenn das Mikrofasertuch schmiert?

Auch das beste Tuch nimmt mit der Zeit Schmutz auf. Die Lösung:

  • Bei 30 Grad in der Waschmaschine waschen.
  • Keinen Weichspüler verwenden – dieser sorgt für Schlieren.
  • Nicht in den Trockner geben, sondern an der Luft trocknen lassen.

So bleibt das Tuch saugfähig und schonend.

Der optimale Ablauf für eine schonende Brillenreinigung

  1. Unter lauwarmem Wasser abspülen

    Grobe Partikel wie Staub oder Sand werden entfernt. Das verhindert Kratzer beim späteren Wischen.

  2. Reinigungsmittel vom Optiker aufsprühen

    Diese Produkte sind speziell auf die Beschichtungen abgestimmt.

  3. Mit einem sauberen Mikrofasertuch trocknen

    Sanft, ohne Druck und in kreisenden Bewegungen.

Fazit

Eine Brille ist ein täglicher Begleiter – und mit der richtigen Pflege bleibt sie lange klar und komfortabel. Schon kleine Veränderungen in der Reinigungsroutine können verhindern, dass Gläser verkratzen oder Beschichtungen beschädigt werden.

Wenn Sie unsicher sind, welche Produkte für Ihre Brille geeignet sind, lohnt sich immer ein kurzer Besuch beim Optiker Ihres Vertrauens.